Darf ich nach dem Studium direkt therapieren? Approbation & Alternativen 2025

Viele Psychologie-Studierende fragen sich: Kann ich nach meinem Studium direkt als Therapeut arbeiten? Seit der Reform 2020 ist die Antwort: Ja, aber mit wichtigen Einschränkungen. Erfahren Sie alles über Approbation, Weiterbildung und Alternativen.

Shari NielsenCo-Founderin
31. Okt. 202514 Min. Lesezeit
Studentinnen mit Abschlusshüten stehen gesammelt

Darf ich nach dem Studium direkt therapieren? Approbation & Alternativen 2025

Das Wichtigste auf einen Blick

  • Direkter Einstieg mit Approbation: Ja, seit der Reform 2020 können Sie nach einem spezialisierten Psychotherapie-Master und bestandenem Staatsexamen direkt als approbierter Psychotherapeut arbeiten.
  • Einschränkungen bei der Abrechnung: Die Approbation nach dem Master erlaubt die therapeutische Tätigkeit, jedoch noch keine direkte Abrechnung mit gesetzlichen Krankenkassen. Hierfür ist eine anschließende, 5-jährige Weiterbildung notwendig.
  • Volle Kassenzulassung: Der Weg zur vollen Kassenzulassung und eigenständigen Praxis umfasst insgesamt etwa 10 Jahre (3 Jahre Bachelor, 2 Jahre Master, Staatsexamen, 5 Jahre Weiterbildung).
  • Therapie ohne Approbation: Alternativen bestehen als Heilpraktiker für Psychotherapie (für Privatpatienten) oder als Klinischer Psychologe in verschiedenen Institutionen (Kliniken, Beratungsstellen).
  • Bedarf ist hoch: Der Bedarf an psychotherapeutischen Fachkräften in Deutschland ist enorm und wächst stetig, was gute Berufsaussichten und Verdienstmöglichkeiten verspricht.

Viele Psychologie-Studierende und Studieninteressierte stellen sich die entscheidende Frage: Kann ich nach meinem Studium direkt als Therapeut arbeiten? Die Antwort ist differenzierter, als viele denken, und hängt stark davon ab, welchen Studiengang Sie wählen und welche Qualifikationen Sie anstreben.

Seit der Reform des Psychotherapeutengesetzes im Jahr 2020 haben sich die Wege zur therapeutischen Tätigkeit grundlegend verändert. In diesem umfassenden Ratgeber erfahren Sie alles über die direkten Einstiegsmöglichkeiten nach dem Studium, Approbationsvoraussetzungen und alternative Karrierewege in der Psychotherapie.

Die kurze Antwort: Ja, aber mit Einschränkungen

Nach einem spezialisierten Psychotherapie-Studium können Sie mit der Approbation direkt therapeutisch arbeiten. Allerdings gibt es wichtige Unterschiede zwischen verschiedenen Qualifikationsstufen:

  • Mit Approbation nach Master: Therapeutische Tätigkeit möglich, jedoch keine Abrechnung mit gesetzlichen Krankenkassen
  • Nach 5-jähriger Weiterbildung: Vollumfängliche psychotherapeutische Praxis mit Kassenzulassung
  • Als Heilpraktiker (Psychotherapie): Therapeutische Arbeit ohne Approbation, nur Privatpatienten
  • Als Klinischer Psychologe: Diagnostik und therapeutische Arbeit in Kliniken und Beratungsstellen

Das neue Psychotherapie-Studium seit 2020

Direktstudium mit staatlicher Prüfung

Seit September 2020 ermöglicht die Psychotherapie-Reform einen direkten, universitären Ausbildungsweg zum Psychotherapeuten:

Studienstruktur:

  • 3 Jahre Bachelor Psychotherapie (180 ECTS-Punkte)
  • 2 Jahre Master Psychotherapie (120 ECTS-Punkte)
  • Staatsexamen mit anschließender Approbation

Diese Struktur unterscheidet sich fundamental vom alten System, bei dem zunächst ein allgemeines Psychologie-Studium absolviert werden musste, gefolgt von einer separaten, oft schlecht vergüteten Ausbildung.

Was ermöglicht die Approbation nach dem Master?

Mit der bestandenen Approbationsprüfung direkt nach dem Master erhalten Sie:

  1. Berufsbezeichnung: Sie dürfen sich offiziell "Psychotherapeut/in" nennen
  2. Behandlungserlaubnis: Therapeutische Arbeit ist rechtlich erlaubt
  3. Eingeschränkte Abrechnung: Keine direkte Abrechnung mit gesetzlichen Krankenkassen möglich
  4. Arbeit in Institutionen: Anstellung in Kliniken, Ambulanzen oder Beratungsstellen
  5. Privatpraxis: Behandlung von Privatpatienten und Selbstzahlern

Wichtig: Für die volle Kassenzulassung und eigenständige Niederlassung ist eine zusätzliche 5-jährige Weiterbildung erforderlich.

"Die Psychotherapie-Reform 2020 war ein wichtiger Schritt, um den Zugang zum Beruf für Studierende attraktiver und die Ausbildung qualitätsgesicherter zu gestalten. Die frühere Approbation ist ein großer Vorteil, auch wenn der Weg zur Niederlassung mit Kassensitz weiterhin Zeit und Engagement erfordert." - Dr. Dietrich Munz, Präsident der Bundespsychotherapeutenkammer.

Der Weg zur vollen Kassenzulassung: Die Weiterbildung

5 Jahre berufsbegleitende Spezialisierung

Nach der Approbation folgt die Weiterbildung zum Fachpsychotherapeuten, die folgende Vorteile bietet:

Rahmenbedingungen der Weiterbildung:

  • Dauer: Mindestens 5 Jahre in Vollzeit (Teilzeit entsprechend länger)
  • Vergütung: Angemessene Bezahlung als Angestellte/r (mindestens 1.000 €/Monat, oft deutlich mehr)
  • Spezialisierungen:
    • Psychotherapie für Erwachsene
    • Kinder- und Jugendlichenpsychotherapie
    • Neuropsychologie

Nach der Weiterbildung können Sie:

  • Eine eigene Praxis mit Kassensitz eröffnen
  • Vollständig mit gesetzlichen und privaten Krankenkassen abrechnen
  • Als Fachpsychotherapeut in allen Settings arbeiten

Realistische Zeitplanung

Vom Studienbeginn bis zur vollen Kassenzulassung:

PhaseDauerQualifikation
Bachelor Psychotherapie3 Jahre-
Master Psychotherapie2 Jahre-
Staatsexamen-Approbation
Weiterbildung5 JahreFachpsychotherapeut
Gesamt10 JahreVolle Kassenzulassung

Therapeutisch arbeiten ohne Approbation

Option 1: Heilpraktiker für Psychotherapie

Viele Psychologie-Absolventen entscheiden sich für die Heilerlaubnis nach dem Heilpraktikergesetz, um schneller therapeutisch tätig zu werden.

Voraussetzungen:

  • Mindestalter 25 Jahre
  • Hauptschulabschluss (in der Praxis oft höhere Qualifikationen)
  • Bestandene Überprüfung beim Gesundheitsamt
  • Einwandfreies polizeiliches Führungszeugnis

Was ist erlaubt:

  • Psychotherapeutische Behandlung von Patienten
  • Diagnostik psychischer Störungen
  • Eigenständige Praxisführung

Einschränkungen:

  • Keine Abrechnung mit gesetzlichen Krankenkassen
  • Titel "Psychotherapeut" ist geschützt und darf nicht geführt werden
  • Abrechnung nur mit Privatpatienten oder Selbstzahlern
  • Teilweise Abrechnung mit privaten Krankenkassen möglich

Option 2: Klinischer Psychologe

Mit einem Psychologie-Master mit Schwerpunkt Klinische Psychologie können Sie therapeutisch arbeiten, ohne approbiert zu sein:

Tätigkeitsfelder:

  • Psychiatrische Kliniken: Diagnostik, Gruppentherapien, therapeutische Gespräche
  • Psychosomatische Reha-Kliniken: Behandlung in multiprofessionellen Teams
  • Beratungsstellen: Psychologische Beratung und Krisenintervention
  • Suchtberatung: Therapeutische Arbeit im Rahmen der Suchthilfe
  • Ambulante Einrichtungen: Soziotherapie und psychosoziale Unterstützung

Vergütung:

  • Im öffentlichen Dienst: TVöD-Eingruppierung (ca. 45.000-60.000 € Jahresbrutto)
  • In privaten Kliniken: Variabel, oft ähnliche Gehaltsbänder

Option 3: Psychologischer Berater

Ohne spezifische Approbation oder Heilerlaubnis können Sie als Psychologischer Berater tätig werden:

Abgrenzung zur Therapie:

  • Beratung bei Lebenskrisen, nicht bei diagnostizierten psychischen Störungen
  • Coaching und persönliche Entwicklung
  • Stressmanagement und Burn-Out-Prävention
  • Keine Behandlung von Krankheiten im medizinischen Sinne

Alte vs. neue Ausbildungswege im Vergleich

Der alte Weg (bis 2020)

Für Studienanfänger vor der Reform:

  1. Psychologie Bachelor (3 Jahre)
  2. Psychologie Master mit Klinischer Psychologie (2 Jahre)
  3. Ausbildung zum Psychologischen Psychotherapeuten (3-5 Jahre)
    • Oft nur geringe Vergütung (400-1.000 €/Monat)
    • Hohe Ausbildungskosten (15.000-40.000 €)
  4. Approbation nach Abschluss der Ausbildung

Nachteile des alten Systems:

  • Schlechte Bezahlung während der Ausbildung
  • Hohe Eigenkosten
  • Lange Gesamtdauer ohne vollwertige Berufstätigkeit

Der neue Weg (ab 2020)

Für Studienanfänger nach der Reform:

  1. Psychotherapie Bachelor (3 Jahre)
  2. Psychotherapie Master (2 Jahre)
  3. Approbation direkt nach dem Master
  4. Weiterbildung mit angemessener Vergütung (5 Jahre)

Vorteile des neuen Systems:

  • Frühere Approbation
  • Bessere Bezahlung während der Weiterbildung
  • Klarere Karrierestruktur
  • Höhere soziale Absicherung

Voraussetzungen für die Approbation

Formale Anforderungen

Um die Approbation als Psychotherapeut zu erhalten, müssen Sie folgende Kriterien erfüllen:

1. Ausbildung

  • Abgeschlossener Bachelor und Master in Psychotherapie an einer deutschen Universität
  • Bestandene psychotherapeutische Staatsprüfung

2. Persönliche Eignung

  • Gesundheitliche Eignung zur Berufsausübung
  • Keine strafrechtlichen Verurteilungen, die gegen die Berufstätigkeit sprechen
  • Charakterliche Zuverlässigkeit

3. Sprachkenntnisse

  • Ausreichende deutsche Sprachkenntnisse (mindestens C1-Niveau)
  • Fachsprachprüfung bei ausländischen Abschlüssen

4. Antragstellung

  • Antrag bei der zuständigen Landesbehörde
  • Gebühren: ca. 200-500 € (je nach Bundesland)

Die Approbationsprüfung

Die staatliche Prüfung erfolgt nach dem Master-Abschluss und umfasst:

  • Mündlich-praktische Prüfung: Falldarstellungen und therapeutische Gesprächsführung
  • Schriftliche Prüfung: Multiple-Choice und Fallanalysen
  • Dokumentation: Nachweis praktischer Erfahrungen aus dem Studium

Gehalt und Verdienstmöglichkeiten

Während der Weiterbildung

Nach Approbation in der Weiterbildung:

  • Einstiegsgehalt: 3.500-4.500 € brutto/Monat
  • Mit Berufserfahrung: 4.500-5.500 € brutto/Monat
  • Tarifvertrag öffentlicher Dienst (TVöD): Eingruppierung E13-E14

Nach der Weiterbildung

Als angestellter Psychotherapeut:

  • 4.500-6.500 € brutto/Monat
  • Mit Führungsverantwortung: bis 7.500 € brutto/Monat

In eigener Praxis:

  • Stark variabel je nach Auslastung und Kassensitz
  • Durchschnittliches Nettoeinkommen: 4.000-6.000 €/Monat
  • Top-Verdiener mit mehreren Kassensitzen: über 8.000 €/Monat netto

"Der Bedarf an psychotherapeutischen Leistungen ist ungebrochen hoch. Das neue Ausbildungssystem mit der früheren Approbation ist eine wichtige Weichenstellung, um diesen Bedarf langfristig besser decken zu können und gleichzeitig eine qualitativ hochwertige Versorgung zu gewährleisten." - Prof. Dr. med. Arno Deister, Präsident der Deutschen Gesellschaft für Psychiatrie und Psychotherapie, Psychosomatik und Nervenheilkunde (DGPPN).

Epidemiologische Perspektive und Bedarf

Die psychische Gesundheit der Bevölkerung gewinnt zunehmend an Bedeutung. Statistiken unterstreichen den hohen Bedarf an psychotherapeutischen Fachkräften in Deutschland:

  • Laut der Kassenärztlichen Bundesvereinigung (KBV) (2022) warten Patienten in Deutschland durchschnittlich 19,9 Wochen auf einen Termin für eine psychotherapeutische Erstsprechstunde und 24,9 Wochen auf den Beginn einer Psychotherapie.
  • Eine Studie der Techniker Krankenkasse (TK) (2023) ergab, dass die Krankschreibungen aufgrund psychischer Erkrankungen in den letzten zehn Jahren um über 60 % gestiegen sind und im Jahr 2022 einen Höchstwert erreichten.
  • Nach Angaben des Bundesministeriums für Gesundheit (BMG) (2022) leiden jährlich etwa 27,8% der erwachsenen Bevölkerung in Deutschland an mindestens einer psychischen Störung, was rund 17,8 Millionen Menschen entspricht.

Diese Zahlen verdeutlichen nicht nur den aktuellen Bedarf an psychotherapeutischer Versorgung, sondern auch die prognostizierte Relevanz dieses Berufsfeldes in den kommenden Jahren.

Häufig gestellte Fragen (FAQ)

Kann ich mit einem allgemeinen Psychologie-Studium direkt therapieren?

Nein, mit einem allgemeinen Psychologie-Studium (ohne Psychotherapie-Fokus) können Sie nicht direkt als Psychotherapeut arbeiten. Sie benötigen entweder:

  • Eine zusätzliche Ausbildung zum Psychologischen Psychotherapeuten (nach altem System)
  • Eine Heilpraktiker-Erlaubnis für Psychotherapie
  • Eine Anstellung in klinischen oder beratenden Settings als Psychologe

Wie lange dauert es, bis ich eigenständig mit Kassenpatienten arbeiten kann?

Vom Studienbeginn bis zur vollen Kassenzulassung vergehen mindestens 10 Jahre:

  • 3 Jahre Bachelor Psychotherapie
  • 2 Jahre Master Psychotherapie
  • 5 Jahre Weiterbildung zum Fachpsychotherapeuten

Kann ich während der Weiterbildung bereits Patienten behandeln?

Ja, während der Weiterbildung arbeiten Sie als approbierter Psychotherapeut in einer Klinik, Ambulanz oder Praxis und behandeln Patienten unter Supervision. Sie sind sozialversicherungspflichtig angestellt und erhalten eine angemessene Vergütung.

Lohnt sich der Heilpraktiker für Psychotherapie?

Der Heilpraktiker kann sich lohnen, wenn Sie:

  • Schnell therapeutisch arbeiten möchten
  • Bereit sind, hauptsächlich Privatpatienten zu behandeln
  • Flexibilität bei Therapiemethoden bevorzugen
  • Eine eigene Praxis aufbauen möchten

Nachteile: Geringere Verdienstmöglichkeiten durch fehlende Kassenabrechnung und oft geringere Anerkennung als approbierte Psychotherapeuten.

Was ist der Unterschied zwischen Psychologe und Psychotherapeut?

Psychologe:

  • Akademischer Titel nach Psychologie-Studium
  • Arbeitet in Forschung, Beratung, Diagnostik, Personalwesen
  • Darf nicht eigenständig psychische Störungen behandeln

Psychotherapeut:

  • Geschützte Berufsbezeichnung mit Approbation
  • Darf psychische Störungen diagnostizieren und behandeln
  • Abrechnung mit Krankenkassen möglich

Kann ich auch mit einem Pädagogik- oder Sozialarbeit-Studium Therapeut werden?

Mit diesen Studiengängen können Sie nicht die Approbation als Psychotherapeut erlangen. Mögliche Wege:

  • Heilpraktiker für Psychotherapie
  • Systemische Therapie-Weiterbildung (ohne Kassenabrechnung)
  • Arbeit in beratenden und sozialpädagogischen Kontexten

Wie viele Kassensitze gibt es und wie bekomme ich einen?

In Deutschland gibt es nur etwa 25.000 Kassensitze für rund 48.000 approbierte Psychotherapeuten. Die Vergabe erfolgt über:

  • Nachfolge-Regelung: Übernahme eines bestehenden Sitzes
  • Ausschreibung: Bewerbung bei der Kassenärztlichen Vereinigung
  • Warteliste: Je nach Region mehrere Jahre Wartezeit

Alternativ: Anstellung in einer Praxis mit Kassensitz oder in psychotherapeutischen Institutsambulanzen.

Ist eine Selbsttherapie während der Ausbildung Pflicht?

Bei vielen psychotherapeutischen Weiterbildungen (besonders tiefenpsychologisch und analytisch fundierte Verfahren) ist eine Selbsterfahrung bzw. Lehrtherapie verpflichtend. Dies dient der Reflexion eigener Muster und der therapeutischen Kompetenzentwicklung.

Zusammenfassung: Ihre Optionen nach dem Studium

Direkter Einstieg mit Approbation (empfohlen)

Wenn Sie von Anfang an Psychotherapeut werden möchten:

  1. Psychotherapie-Bachelor wählen (nicht allgemeine Psychologie)
  2. Psychotherapie-Master anschließen
  3. Approbationsprüfung ablegen
  4. Mit Approbation sofort therapeutisch arbeiten (eingeschränkt)
  5. 5-jährige Weiterbildung für volle Kassenzulassung

Alternative Wege ohne Psychotherapie-Studium

Mit allgemeinem Psychologie-Studium:

  • Heilpraktiker für Psychotherapie (schnellster Weg zur Praxis)
  • Klinischer Psychologe in Institutionen
  • Psychologischer Berater ohne medizinische Heilbehandlung

Mit anderen Studiengängen:

  • Heilpraktiker für Psychotherapie
  • Systemische Beratung/Therapie (ohne Kassenzulassung)
  • Coaching und Beratung

Fazit: Ja, Sie können direkt nach dem Studium therapieren

Die eindeutige Antwort lautet: Ja, nach einem Psychotherapie-Studium mit Approbation können Sie direkt therapeutisch arbeiten. Die Einschränkungen betreffen primär die Abrechnung mit gesetzlichen Krankenkassen, nicht die grundsätzliche Behandlungserlaubnis.

Die Reform von 2020 hat den Zugang zum psychotherapeutischen Beruf deutlich verbessert: bessere Vergütung, klarere Strukturen und frühere Approbation machen den Weg attraktiver als je zuvor. Der hohe Bedarf an psychotherapeutischen Leistungen in Deutschland, illustriert durch lange Wartezeiten und steigende Krankheitszahlen, unterstreicht die Notwendigkeit gut ausgebildeter Fachkräfte.

Wichtigste Erkenntnisse:

  • Mit Approbation nach dem Master: sofortige therapeutische Arbeit möglich
  • Für Kassenzulassung: zusätzliche 5-jährige Weiterbildung erforderlich
  • Ohne Approbation: Heilpraktiker oder klinische Psychologie als Alternativen
  • Gesamtdauer bis zur vollen Kassenzulassung: ca. 10 Jahre ab Studienbeginn

Wenn Sie eine Karriere als Psychotherapeut anstreben, ist das neue Direktstudium der beste und zukunftssicherste Weg. Für schnellere Einstiegsmöglichkeiten bieten Heilpraktiker-Erlaubnis oder klinische Psychologie praktikable Alternativen.

Nächste Schritte:

  1. Prüfen Sie, welche Universitäten Psychotherapie-Studiengänge anbieten
  2. Informieren Sie sich über Zulassungsvoraussetzungen (meist NC-beschränkt)
  3. Planen Sie langfristig: 10 Jahre sind eine Investition in eine erfüllende Karriere
  4. Nutzen Sie Praktika bereits im Studium, um Erfahrungen zu sammeln

Die psychotherapeutische Versorgung in Deutschland braucht qualifizierte Fachkräfte. Mit der richtigen Planung und Ausbildung steht Ihrer Karriere als Psychotherapeut nichts im Wege.


Über den Autor

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